Wie pädiatrischer Morbus Crohn bei Kindern und Jugendlichen behandelt wird

Morbus Crohn bei Kindern und Jugendlichen ist zwar nicht heilbar. Aber er kann so gut behandelt werden, dass er sich nicht auf deren Entwicklung auswirkt und sie ein weitgehend normales Leben führen können. Nach der Diagnose von pädiatrischer (päd.) Morbus Crohn gilt es, die Behandlung festzulegen. Wie auch bei Erwachsenen kommen unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten in Frage. Hier erfährst du, um welche es sich handelt und welche Ziele damit erreicht werden können.

Die Ziele der Therapie

Spielen, Schule, Sport, Hobbies, Freunde treffen – Kinder und Jugendliche haben wirklich Besseres zu tun, als sich mit Morbus Crohn herumzuschlagen. Glücklicherweise ist mit der richtigen Behandlung ein weitgehend normales Leben möglich. Eine gute Therapie ermöglicht einen Alltag ohne Beschwerden, ein normales und gesundes Wachstum, weniger Schübe und die dauerhafte Abheilung der Entzündung im Darm. Außerdem kann dadurch auch Operationen und Komplikationen vorgebeugt werden. Kurz gesagt: Mit der richtigen Behandlung können Kinder einfach Kinder sein und Jugendliche das tun, was Jugendliche so tun.


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Die Therapieoptionen bei päd. Morbus Crohn

Bei der Behandlung von pädiatrischem Morbus Crohn können unterschiedliche Behandlungen zum Einsatz kommen. Welche am besten geeignet sind, kann nur der Arzt entscheiden. Prinzipiell können folgende in Frage kommen:


Ernährungstherapie

Bei Morbus Crohn gibt es – anders als bei Erwachsenen – im Kindes- und Jugendalter eine weitere Behandlungsmöglichkeit: die Ernährungstherapie. Dabei handelt es sich einerseits um besonders nährstoffreiche Trinknahrung, die dafür sorgt, dass Wachstum und Entwicklung nicht verzögert werden. Weil sie so viele Nährstoffe enthält, gibt sie auch Kraft und steigert das Wohlbefinden. Eine Alternative zur Trinknahrung ist die Sondennahrung (enterale Ernährung): Über Nase und Rachen oder durch die Bauchwand wird eine Sonde in den Magen gelegt, über die die Nahrung transportiert wird. Die Sondennahrung kann die normale Ernährung entweder komplett ersetzen („total enteral nutrition“-TEN) oder nur teilweise („partial enteral nutrition“-PEN). Vor allem die Sondennahrung mag abschreckend wirken, aber bedenke: Sie stellt eine Alternative zur Trinknahrung dar und ist nur eine temporäre Maßnahme über einige Wochen – und die gehen schnell vorüber.

Aminosalizylate (auch: 5-ASA-Präparate oder Mesalazin)

Wirkung: entzündungshemmend // Einsatz: bei leichter Krankheitsaktivität; im Schub und auch danach, um einen neuen Schub zu verhindern // Form: Tabletten, Granulat, Zäpfchen, Rektalschaum oder Einlauf – abhängig davon, wo sich die Entzündung befindet

Kortisonpräparate (z. B. Prednison, Prednisolon oder Budesonid)

Wirkung: stark entzündungshemmend und schnell; hochdosiert unterdrücken sie das Immunsystem // Einsatz: bei geringer, mittlerer bis schwerer Krankheitsaktivität; im Schub // Form: Tabletten, Injektion bzw. Infusion in die Vene, Einlauf oder Rektalschaum // Besonderheiten: kein langfristiger Einsatz, da es bei längerer Anwendung vermehrt zu Nebenwirkungen kommt. Kortison kann das Größen-Wachstum bremsen!

Immunsuppressiva (z. B. Azathioprin bzw. 6-Mercaptopurin)

Wirkung: entzündungshemmend durch Unterdrückung des Immunsystems; langsamer Wirkeintritt, bis zum Wirkeintritt wird daher meist zusätzlich mit anderen Medikamenten behandelt // Einsatz: bei mittlerer und schwerer Krankheitsaktivität; im Schub und auch danach, um einen neuen Schub zu verhindern // Form: Tabletten oder Injektionen // Besonderheiten: regelmäßige Kontrolluntersuchungen – insbesondere zu Beginn der Behandlung – durch den Arzt, um Nebenwirkungen auszuschließen

Biologika

Über den möglichen Einsatz von TNF-alpha-Blockern bei Kindern und Jugendlichen mit einem mittelschweren bis schweren Morbus Crohn informiert am besten der behandelnde Arzt. // Wirkung: selektive Immunsuppressiva, die gezielt in die fehlgeleitete Abwehrreaktion des Immunsystems eingreifen, blockieren den Botenstoff TNF-alpha, der bei Morbus Crohn in erhöhten Konzentrationen vorliegt // Einsatz: bei mittelschwerer bis schwerer Krankheitsaktivität, wenn andere Therapien nicht gewirkt haben und/oder nicht vertragen wurden oder nicht gegeben werden dürfen; im Schub und auch danach, um einen neuen Schub zu verhindern // Form: Selbstinjektion unter die Haut (subkutan) oder Infusion in die Armvene (intravenös) // Besonderheiten: regelmäßige Kontrolluntersuchungen durch den Arzt, um mögliche Nebenwirkungen frühzeitig zu erkennen

Operationen

Wenn es zu Komplikationen kommt oder die Krankheit sich durch Medikamente nicht eindämmen lässt, kann eine Operation in Frage kommen. Das ist glücklicherweise nur selten der Fall. Denn wenn Morbus Crohn rechtzeitig entdeckt und behandelt wird, ist die Wahrscheinlichkeit, dass es zu Komplikationen kommt, sehr gering. Sollte ein Eingriff dennoch nötig sein, gibt es spezielle Ärzte, die auf Morbus Crohn bei Kindern und Jugendlichen spezialisiert sind: pädiatrische Gastroenterologen.


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Psychologische Unterstützung

Die Diagnose Morbus Crohn verändert vieles – für Kinder und Jugendliche, aber auch für deren Eltern und Familie. Jeder geht anders mit der Erkrankung um und einigen macht sie mehr zu schaffen als anderen. Das ist völlig normal. Was allerdings nicht sein muss, ist unnötiger Leidensdruck. Und der kann durch eine psychologische Begleitung deutlich gemindert werden.

Reden hilft! Siehe dazu auch unsere Links zu Selbsthilfegruppen. Der Austausch mit anderen Betroffenen tut gut und kann dabei helfen, neue Perspektiven und Ansichten zu gewinnen.

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