Gerade mit Morbus Crohn und Colitis ulcerosa ist es wichtig viel zu trinken

Wasser ist gut für die Gesundheit: Was für Menschen ohne Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa gilt, gilt besonders für Menschen mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen. Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist die Basis einer gesunden Ernährung. Ein gesunder Erwachsener benötigt 1,5 bis 2 Liter pro Tag. Durch eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung kann der Flüssigkeitsbedarf allerdings gesteigert sein, denn Durchfälle entwässern deinen Körper, so dass er nicht ausreichend Nährstoffe und Mineralien hat, die er so dringend benötigt. Solltest du während eines Schubs abnehmen, dann kann das auch am Flüssigkeitsverlust liegen. Wie viel Flüssigkeit du zusätzlich benötigst, solltest du mit deinem Arzt oder Ernährungsberater besprechen.

Getränke, die dir gut tun

Mineralwasser – bei CED am besten ohne Kohlensäure – eignet sich besonders gut als Getränk und versorgt den Körper je nach Sorte gleichzeitig mit wichtigen Mineralstoffen. Weiters kannst du im Normalfall folgende Getränke zu dir nehmen: milden Tee und Kaffee, Getreidekaffee, säurearmen (eventuell verdünnten) Obstsaft, z. B. Apfel, Pfirsich, Banane, Birne, Traube (außer bei Fruktoseunverträglichkeit) und Gemüsesäfte.

Getränke, die du meiden solltest

Säurehaltige Säfte, wie z. B. Orangen-, Johannisbeer- und Grapefruitsaft, kohlensäurereiches Wasser, eisgekühlte Getränke und Alkohol werden in der Regel eher schlecht vertragen.

Ein generelles Alkoholverbot gibt es nicht, es sei denn, du befindest dich in einer akuten Phase. Abgesehen davon, dass du dann vermutlich ohnehin wenig Lust auf Alkohol haben wirst, kann Alkohol während eines Schubs die Darmschleimhaut zusätzlich reizen. Daher solltest du ihn in diesen Zeiten meiden. Frage auch bitte deinen Arzt, ob Wechselwirkungen zwischen deinen Medikamenten und alkoholischen Getränken auftreten könnten.

Auch starken Kaffee oder Tee solltest du meiden, denn dadurch wird die Darmbewegung noch zusätzlich angeregt.

Worauf du bei der Ernährung achten solltest

Das Thema Ernährung hat gerade bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen besondere Relevanz. Aus Angst davor, etwas nicht zu vertragen, lassen viele Betroffene Mahlzeiten aus und dies besonders wenn sie in Gesellschaft sind. Aber gerade wenn du unter Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa leidest, ist es wichtig, dass du dich ausgewogen ernährst. Worauf bei der Wahl und Zubereitung von Nahrungsmitteln zu achten ist, erfährst du hier.

Tipp:

Führe ein Ernährungstagebuch und finde heraus, was dir gut tut!

Ernährung in der schubfreien Zeit: ausgewogen und abwechslungsreich

So wie jeder Mensch anders auf die Erkrankung reagiert, so muss auch die Ernährung individuell angepasst werden. Denn eine spezielle Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa-Diät gibt es nicht. Sprich mit deinem Arzt oder einem Ernährungsberater darüber, was du essen darfst und was du vermeiden sollst. Denn die Ernährung richtet sich auch danach, in welcher Phase du steckst. Du solltest dich ausgewogen und abwechslungsreich in schubfreien Zeiten ernähren.

10 Tipps: Essen und Trinken mit Genuss

Die wichtigsten Infos, Tipps und Tricks haben wir hier kompakt für dich zusammengefasst:

  • Es gibt keine CED-Diät! Mit einer ausgewogenen und gesunden Ernährung und Berücksichtigung der individuellen Unverträglichkeiten trägst du jedoch wesentlich zu deinem allgemeinen Wohlbefinden bei.
  • Erlaubt ist, was bekommt! Finde heraus, was dir guttut und optimiere danach deine Ernährung. Eine abwechslungsreiche und ausgewogene Kost ist dafür die Grundlage. Mit einem Ernährungstagebuch erkennst du, ob es Lebensmittel gibt, die du nicht verträgst.
  • Selbst ist der Koch! Nur wenn du Speisen selbst zubereitest, weißt du genau, welche guten und frischen Lebensmittel in deinem Essen stecken. Du gehst damit auch verstecktem Fett und Zucker, wie sie sich in vielen fertigen Lebensmitteln verbergen, aus dem Weg.
  • Abwechslungsreiche Kost! Du kannst aus einer unglaublichen Vielfalt von unterschiedlichen Lebensmitteln wählen. Schöpfe dieses Angebot voll aus. So wird dein Essen niemals langweilig und du versorgst deinen Körper mit allen wichtigen Nährstoffen.
  • Schonende Zubereitung! Nicht nur auf die Auswahl von Lebensmitteln kommt es an – schenke auch der Zubereitung das nötige Augenmerk. Wertvolle Inhaltsstoffe wie Vitamine können bei langer, starker Hitzeeinwirkung verloren gehen. Also besser dünsten als braten oder frittieren.
  • Verbieten ist verboten! Bei allen Anregungen und Empfehlungen für die Ernährung solltest du eines nicht vergessen: Genuss und Freude am Essen und Trinken stehen an erster Stelle. Gesunde Ernährung muss schmecken, und manchmal gehören dazu auch Lebensmittel, die nicht in großem Umfang konsumiert werden sollten. Genieße diese maßvoll und bewusst.
  • Der Natur den Vortritt lassen! Versorge dich und deinen Körper lieber mit frischem Obst und Gemüse als mit Vitaminpräparaten oder anderen Nahrungsergänzungsmitteln. Denn: Obst und Gemüse sättigen nicht nur, die Natur bietet auch Vitamine, Spurenelemente oder Mineralstoffe oft in einer Form an, die bestmöglich vom Körper aufgenommen werden kann.
  • Aus der Region und saisonal! Äpfel aus Neuseeland, Birnen aus China oder feine grüne Bohnen aus Kenia? Wenn Obst und Gemüse bereits eine Weltreise hinter sich haben, können Licht und Wärme bereits einen Teil der Vitamine zerstören. Greife daher – wenn möglich – zu regionalen Produkten. Obst oder Gemüse außerhalb der für sie typischen Saison zu kaufen, macht sich häufig auch am weniger aromatischen Geschmack bemerkbar. Eine ungünstige CO2-Bilanz kommt noch hinzu.
  • In Ruhe genießen! Nicht nur was, auch wie wir essen, spielt eine Rolle. Nimm dir Zeit für deine Mahlzeiten, genieße dein Essen bewusst und schaffe eine angenehme Atmosphäre.
  • Trinken ist die Basis der Ernährung! Ob die Krankheit aktiv ist oder nicht, denke in jedem Fall daran, deinen Körper mit ausreichend Flüssigkeit zu versorgen.

Was du bei Zubereitung und Verarbeitung beachten solltest

Medikamente wie Azathioprin, Methotrexat und Biologika oder eine Kombination davon können dein Immunsystem schwächen. Daher ist es wichtig, auf eine Kost zu achten, die „(krankheits-)keimarm“ ist. So kannst du Infektionen vermeiden. Wenn du folgende Tipps beachtest, gehst du Bakterien und Keimen bestmöglich aus dem Weg:

  • Lebensmittelreste sind ein idealer Nährboden für Krankheitserreger. Lagere Lebensmittel deshalb grundsätzlich dunkel und kühl.
  • Die Arbeitsflächen in der Küche sollten gründlich gereinigt werden, damit sich dort keine Keime ansiedeln können.
  • Leicht verderbliche Lebensmittel wie Milch, Fleisch, Wurst, Fisch und (offene) Säfte sollten zügig verbraucht werden.
  • In rohem Fleisch können Erreger wie z. B. Toxoplasmen, Listerien oder Hepatitis-E-Viren (Wild) enthalten sein. Wasche deshalb Fleisch (und Fisch!) vor dem Zubereiten immer gründlich und gare es gut durch (Kerntemperatur > 70 °C). Wasche dir selbst danach die Hände, um eine Keimübertragung auf andere Lebensmittel (z.B. Salate) zu vermeiden.
  • Vorsicht bei Geflügel! Wenn möglich nur im eigenen Haus zubereiten und essen. Ist das Fleisch nicht ganz durch, kann es Salmonellen enthalten.
  • Trinke keine Frischmilch vom Bauernhof, auch Rohmilchprodukte, z. B. Rohmilchkäse, sind aufgrund der Bakterienbelastung tabu.
  • Iss nur hart gekochte Eier. Vorsicht ist bei „versteckten“ Eiern, z. B. in Mayonnaise und Tiramisu, angebracht. Vor allem im Sommer können sie zu Lebensmittelvergiftungen führen.
  • Vernichte Lebensmittel, auch wenn sie nur leicht angeschimmelt sind. Das Abschneiden der verdorbenen Stelle reicht nicht aus, um den Schimmel zu beseitigen. Also wegwerfen!

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