Essen

Was darfst du essen? Was solltest du vermeiden? Auch wenn es keine CED-Diät gibt, so gibt es ein paar Regeln, an denen du dich orientieren kannst. Wir haben uns alle Lebensmittelgruppen angesehen und zusammengefasst, worauf jeweils zu achten ist:

Obst, Gemüse und Hülsenfrüchte

Obst und Gemüse sind wesentliche Lieferanten von Vitaminen, Mineral-, Ballast- sowie sekundären Pflanzenstoffen, die der Körper selber nicht produzieren kann und daher täglich zu sich nehmen sollte. Vor allem bei CED spielen sie eine wichtige Rolle. Durch die Erkrankung bilden sich freie Radikale, die Entzündungen begünstigen. In Obst und Gemüse sind Antioxidantien enthalten, die diese unschädlich machen. Bestimmte Obst- und Gemüsesorten enthalten aber auch Ballaststoffe, die Wasser binden und Durchfall vorbeugen können und das kann in schubfreien Zeiten besonders wohltuend sein. Allerdings ist nicht jedes Obst und Gemüse CED-tauglich, denn manche Sorten haben blähende und abführende Wirkung. Welches Obst und Gemüse bei CED empfehlenswert ist und worauf du verzichten solltest, zeigt unsere Tabelle:

Eher nicht gut verträglich

  • Obst: unreifes Obst, Obst mit harter Schale, rohes Steinobst (z. B. Pflaumen, Kirschen), kernreiche Beerenfrüchte (z. B. Johannisbeeren, Stachelbeeren), Zitrusfrüchte, Weintrauben, Trockenobst, Avocados
  • Gemüse: rohes Gemüse, sauer eingelegtes Gemüse, Salate aus rohem Gemüse oder mit fettreichen Soßen, Kraut, Rotkraut, Kohlsprossen, Kohl, Sauerkraut, Paprika, Zwiebeln, Porree, Gurken als Salat, Rettich, Radieschen, Pilze, Oliven, Rhabarber
  • Hülsenfrüchte: getrocknete Hülsenfrüchte (z. B. Bohnen, Erbsen, Linsen) sowie viele frische Hülsenfrüchte (z. B. dicke Bohnen), Kichererbsen

Eher gut verträglich

  • Obst: als Kompott, Bananen, reife Äpfel, weiche Birnen, Erdbeeren, Himbeeren, Heidelbeeren, Pfirsiche, Nektarinen, Marillen, Melonen, Mangos, Kiwis
  • Gemüse: gegartes Gemüse, Melanzani, Möhren, Karfiol, Romanesco, Spargel, Brokkoli, Zucchini, Spinat, Mangold, Fenchel, Chicorée, Bambussprossen, Sellerie, Chinakohl, Kohlrabi, geschälte Gurken, Rote Rüben, Kürbis, Schwarz-wurzeln, geschälte Tomaten, Kopfsalat, Endivie, Feldsalat
  • Hülsenfrüchte: feine grüne Erbsen, feine grüne Fisolen, Sojaprodukte

Getreide und Kartoffeln

Die meisten Getreideprodukte und Kartoffeln sind leicht verdaulich und daher besonders wichtige Bestandteile der Ernährung für Menschen mit CED. Sie enthalten fast kein Fett, aber viele Vitamine, Mineral-, Ballast- sowie sekundäre Pflanzenstoffe. Vor allem Vollkornprodukte aus fein gemahlenem Getreide sind zu empfehlen, denn in ihnen befinden sich besonders viele wertvolle Nährstoffe. Bedenke beim Einkaufen, dass nicht jedes dunkle Brot auch Vollkornbrot ist, da viele nur eingefärbt sind! Im Normalfall haben Menschen mit CED auch keinen erhöhten Bedarf an Kohlehydraten, aber sie sollten in einer ausgewogenen Ernährung nicht fehlen. Vor allem langkettige Kohlehydrate aus Stärke, wie sie in Kartoffeln, Getreide und Gemüse enthalten sind, sind vorteilhaft, denn sie erhöhen den Blutzuckerspiegel nur langsam. Hier siehst du auf einem Blick, was normalerweise gut verträglich ist und was du nicht essen solltest:

Eher nicht gut verträglich

  • Getreideprodukte: grob geschrotete Vollkornprodukte, ganze Körner, Weizen, fertige Müslimischungen
  • Backwaren: grobes Vollkornbrot, Pumpernickel, frische oder fette Backwaren (z. B. Sahne- oder Cremetorten), Blätterteig, Fettgebackenes
  • Kartoffeln: zubereitet als Pommes frites, Bratkartoffeln, Kartoffelpuffer, Kroketten, Rösti, Kartoffelsalat mit Mayonnaise

Eher gut verträglich

  • Getreideprodukte: fein gemahlenes Getreide (z. B. Mehl und Grieß), Getreideflocken, Buchweizen, Grünkern, Dinkel, Hafer, Hirse, Quinoa, Amaranth, Reis, Nudeln
  • Backwaren: altbackenes Brot, fein gemahlenes Vollkornbrot, Zwieback, Toastbrot, Knäckebrot, fettarmes Gebäck, Produkte aus Rühr-, Hefe-, Biskuit- und Topfen-Öl-Teig
  • Kartoffeln: zubereitet als Salzkartoffeln, Püree, gekochte Kartoffeln, Folienkartoffeln, Kartoffelauflauf oder Knödel

Milch und Milchprodukte

Vor allem während einer Behandlung mit Kortikoiden solltest du darauf achten, genügend Kalzium zu dir zu nehmen, um Osteoporose (Knochenabbau) vorzubeugen. Milch und Milchprodukte als Kalziumlieferanten sind dann besonders wichtig. Aber auch sonst sind sie Teil einer ausgewogenen Ernährung. Wenn du eine immunsuppressive Therapie machst, solltest du allerdings keine Rohmilch und -produkte zu dir nehmen. Unter bestimmten Umständen, wie zum Beispiel einer akuten Phase, Dünndarmentzündung oder aufgrund individueller Veranlagung, kann es allerdings zu einer Laktoseintoleranz kommen. Das heißt, dass dein Darm den Milchzucker nicht mehr verarbeiten kann und reagiert nach dem Verzehr von Milch oder Milchprodukten mit Durchfällen, Blähungen und Bauchschmerzen. Mittlerweile gibt es sehr viele laktosefreie Produkte, die Milchprodukte ersetzen können und auch gut schmecken. Hier findest du einen kleinen Überblick über gut und eher nicht gut verträgliche Milchprodukte:

Eher nicht gut verträglich

  • Milchprodukte: Schlagobers in großen Mengen, Crème fraîche, sehr würzige und lange gereifte Käsesorten, Schimmelkäse (z. B. Gorgonzola, Roquefort)

Eher gut verträglich

  • Milchprodukte: Milch, fermentierte Milchprodukte (z.B. Joghurt, Buttermilch, Kefir, Sauermilch), Topfen, Schlagobers in kleinen Mengen, milde und kurz gereifte Käsesorten (z. B. junger Gouda, Butterkäse, Brie, Frischkäse)

Fleisch, Wurst und Eier

Für Menschen mit CED ist es wichtig, genügend Proteine (Eiweiße) mit der Nahrung aufzunehmen. Sie sind gut für das Immunsystem und bei Entzündungen können größere Mengen davon verloren gehen und dann müssen sie über die Ernährung wieder zugeführt werden. Bestimmte Eiweiße begünstigen auch den Medikamententransport. Proteine finden sich in Fleisch, Wurst und Eiern, wobei du Fleisch nur in Maßen zu dir nehmen sollten, denn zu viel davon kann sich unter Umständen negativ auf den Krankheitsverlauf auswirken. Unsere Tabelle zeigt dir, was du essen darfst und was normalerweise eher schlecht vertragen wird:

Eher nicht gut verträglich

  • Fleisch: geräuchertes, gepökeltes, paniertes, scharf gewürztes oder scharf angebratenes Fleisch, sehr fettes Fleisch vom Rind, Hammel oder Schwein, von Gans oder Ente, Innereien – insbesondere in großen Mengen
  • Fleischprodukte: geräucherte oder fette Wurst- und Aufschnittsorten (z. B. Leberwurst, Salami, Cervelatwurst)
  • Ei: zubereitet als hart gekochtes Ei, Spiegelei, fettreiche süße oder pikante Eierspeisen, Mayonnaise

Eher gut verträglich

  • Fleisch: in Maßen mageres und zartes Fleisch von Huhn, Pute, Rind, aber auch von Wild, Lamm, Kaninchen, Ziege, fettarm zubereitet (gekocht, gegrillt, geschmort)
  • Fleischprodukte: magere Wurstsorten, Braten- und Geflügelaufschnitt, gekochter Schinken, luftgetrockneter Schinken, Lachsschinken
  • Ei: zubereitet als weich gekochtes Ei, Eierspeise, Omelette, Eierstich

Fisch

Gönn dir zwei bis drei Mal pro Woche fettarm zubereiteten Fisch, am besten frisch. Aber auch Konserven oder Tiefkühlprodukte kommen in Frage. Fisch ist Lieferant von Jod, Selen und Omega 3-Fettsäuren, denen entzündungshemmende Wirkung nachgesagt wird. Studien weisen darauf hin, dass diese Omega 3 Fettsäuren sich vor allem in der schubfreien Zeit positiv auf den Krankheitsverlauf auswirken können. Aber auch bei Fischen gibt es besser und schlechter verträgliche Sorten:

Eher nicht gut verträglich

  • Fisch: fetter Fisch (z. B. Aal, Lachs, Karpfen oder Makrele), eingelegter Fisch in Marinade oder Öl, frittierter, panierter oder geräucherter Fisch, fertige Fischsalate

Eher gut verträglich

  • Fisch: fast alle Fischsorten (z. B. Forelle, Hecht, Zander, Rotbarsch, Kabeljau, Scholle, Seelachs, Heilbutt), fettarm zubereitet (z. B. gekocht, gegrillt, gedünstet oder geschmort)

Fette und Öle

Fettreiche Nahrungsmittel und Zubereitungsarten sind für Menschen mit CED oft weniger gut verträglich. Daher sind bei der Zubereitung von Speisen eher fettarme Methoden wie Grillen oder Dünsten empfehlenswert. Greife bevorzugt zu pflanzlichen Fetten wie Olivenöl oder Rapsöl, denn diese enthalten mehrfach ungesättigte Fettsäuren und kein Cholesterin. Gesättigte Fettsäuren hingegen wirken sich negativ auf Herz und Gefäße aus und sollten vermieden werden. In seltenen Fällen kommt es bei Menschen mit CED zu einer Fettverdauungsstörung, bei der vermehrt Fett ausgeschieden wird. In diesem Fall ist es notwendig, die herkömmlichen Fette durch mittelkettige Triglyceride (MCT-Fette) zu ersetzen. Diese finden Sie in Reformhäusern und in der Apotheke. Als Grundregel gilt: Setze Fette sparsam ein und achte auf verträgliche und unverträgliche Varianten:

Eher nicht gut verträglich

  • Fette und Öle: größere Mengen Öl, frittierte und fettreiche Speisen, Mayonnaise, fette Wurstsorten, Speck, Schmalz, stark erhitzte oder gebräunte Fette, Erdnussbutter, gehärtete Fette (Margarine)

Eher gut verträglich

  • Fette und Öle: Butter, Speiseöle, natives (nicht raffiniertes) Olivenöl, Rapsöl

Zucker

Es wird immer wieder diskutiert, ob Zucker zu den auslösenden Faktoren von CED gehört. Dies, wie auch eine krankheitsverstärkende Wirkung, konnte jedoch für Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa nicht belegt werden. Zucker, also raffinierte Kohlenhydrate, ist bei CED nicht verboten, sollte jedoch im Rahmen einer gesunden Ernährung nur in Maßen genossen werden. Achte auch auf versteckten Zucker in Limonaden, Softdrinks und Fertiggerichten und bedenke, dass Glucose, Fructose und Saccharose ebenfalls Arten von Zucker sind! Zuckeraustauschstoffe sind leider auch tabu! Sie können vom Dünndarm nicht vollständig aufgenommen werden und zu Blähungen führen. Was es weiterhin zu beachten gilt:

Eher nicht gut verträglich

  • Zucker: in größeren Mengen, fettreiche Süßwaren (z. B. Marzipan, Mousse au Chocolat, Nougat, Sahnebonbons, Trüffel), Zuckeraustauschstoffe (z. B. Sorbit, Xylit oder Isomalt)

Eher gut verträglich

  • Zucker: in kleineren Mengen, fettarme Süßwaren (z. B. Fruchtzuckerl, Lakritz, Pfefferminz, Weingummi), Gelee, Honig (außer bei Fruktoseintoleranz), Marmelade, Schokolade, Zuckerrübensirup, fettarmes Gebäck

Salz, Kräuter und Gewürze

„Weniger ist mehr“ lautet das Motto, wenn es um den Einsatz von Salz geht. Menschen mit CED vertragen salzhaltige Lebensmittel oft nicht besonders gut. Eine leckere Alternative sind Kräuter und milde Gewürze. Je frischer die Kräuter, umso mehr Aroma bringen sie in die Speisen und gesund sind sie außerdem! Sie enthalten viele Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe. In seltenen Fällen kann es bei Stomaträgern zu Natriumverlusten kommen, Dann muss ausreichend Salz zugeführt werden, denn es ist der beste Natriumlieferant. Worauf du sonst achten solltest?

Eher nicht gut verträglich

  • Gewürze: scharfe Gewürze (z. B. Cayennepfeffer, scharfer Curry, Chili), Zwiebeln, Knoblauch, scharfer Senf, stark säurehaltiger Essig, Kren, größere Mengen Salz

Eher gut verträglich

  • Gewürze: milde Gewürze (z. B. Muskat, Kümmel, Lorbeerblätter, Vanille, Ingwer, Zimt, Paprika), frische, tiefgefrorene und getrocknete Kräuter (z. B. Dill, Petersilie), milder Essig (z. B. Balsamico), milder oder süßer Senf, sparsam verwendetes Salz

ATHUG170631-11072017


War dieser Artikel für dich hilfreich?
Ja Nein
Wie können wir diesen Artikel verbessern?
Vielen Dank für dein Feedback!
Diese Artikel könnten dich auch interessieren: