Worauf du bei der Ernährung achten sollten

Das Thema Ernährung hat gerade bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen besondere Relevanz. Aus Angst davor, etwas nicht zu vertragen, lassen viele Betroffene Mahlzeiten aus und dies besonders wenn sie in Gesellschaft sind. Aber gerade wenn du unter Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa leidest, ist es wichtig, dass du dich ausgewogen ernährst. Worauf bei der Wahl und Zubereitung von Nahrungsmitteln zu achten ist, erfährst du hier.

Ernährung in der schubfreien Zeit:

ausgewogen und abwechslungsreich

So wie jeder Mensch anders auf die Erkrankung reagiert, so muss auch die Ernährung individuell angepasst werden. Denn eine spezielle Morbus Crohn oder Colitis Ulcerosa-Diät gibt es nicht. Sprich mit deinem Arzt oder einem Ernährungsberater darüber, was du essen darfst und was du vermeiden sollst. Denn die Ernährung richtet sich auch danach, in welcher Phase Sie stecken. Du solltest dich ausgewogen und abwechslungsreich in schubfreien Zeiten ernähren. Was die Ernährungspyramide damit zu tun hat, warum ein Ernährungstagebuch helfen kann und wie du deine Lebensmittel am besten zubereitest, erfährst du hier.

Führe ein Ernährungstagebuch

Um herauszufinden, welche Lebensmittel du gut verträgst und welche weniger, kann ein Ernährungstagebuch weiterhelfen. Dabei notierst du dir über einen längeren Zeitraum hinweg alles, was du zu dir nimmst – ob Essen oder Getränke – und vermerkst, wie du darauf reagierst. So kannst du Muster erkennen und wissen, welche Nahrungsmittel du vermeiden solltest.

Nicht nur das Was, sondern auch das Wie spielt eine Rolle

Bewusst und genussvoll zu essen ist vor allem für Menschen mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen wichtig. Denn Essen kann – und sollte – nach wie vor ein schönes Erlebnis sein. Probiere es mal mit diesen Tipps:

  • Eine ruhige Atmosphäre und genug Zeit beim Essen können den Appetit und die Verdauung fördern.
  • Gründliches Kauen hilft bei der Verdauung und dabei, dass Nährstoffe besser aufgenommen werden können.
  • Zu heißes oder zu kaltes Essen kann den Verdauungstrakt unnötig belasten.
  • Mehrere kleine Mahlzeiten werden im Allgemeinen besser vertragen als wenige große.
  • Auch die Art der Zubereitung hat einen Einfluss auf die Bekömmlichkeit von Speisen. Garen, Grillen oder Dämpfen ist fettreichen Zubereitungsarten wie Frittieren oder Braten daher vorzuziehen. In schonend gegarten Lebensmitteln bleiben zudem mehr wichtige Inhaltsstoffe, z. B. Vitamine, erhalten.

Was du bei Zubereitung und Verarbeitung beachten solltest

Medikamente wie Azathioprin, Methotrexat und Biologika oder eine Kombination davon können dein Immunsystem schwächen. Daher ist es wichtig, auf eine Kost zu achten, die „(krankheits-)keimarm“ ist. So kannst du Infektionen vermeiden. Wenn du folgende Tipps beachtest, gehst du Bakterien und Keimen bestmöglich aus dem Weg:

  • Lebensmittelreste sind ein idealer Nährboden für Krankheitserreger. Lagere Lebensmittel deshalb grundsätzlich dunkel und kühl.
  • Die Arbeitsflächen in der Küche sollten gründlich gereinigt werden, damit sich dort keine Keime ansiedeln können.
  • Leicht verderbliche Lebensmittel wie Milch, Fleisch, Wurst, Fisch und (offene) Säfte sollten zügig verbraucht werden.
  • In rohem Fleisch können Erreger wie z. B. Toxoplasmen, Listerien oder Hepatitis-E-Viren (Wild) enthalten sein. Wasche deshalb Fleisch (und Fisch!) vor dem Zubereiten immer gründlich und gare es gut durch (Kerntemperatur > 70 °C). Wasche dir selbst danach die Hände, um eine Keimübertragung auf andere Lebensmittel (z.B. Salate) zu vermeiden.
  • Vorsicht bei Geflügel! Wenn möglich nur im eigenen Haus zubereiten und essen. Ist das Fleisch nicht ganz durch, kann es Salmonellen enthalten.
  • Trinke keine Frischmilch vom Bauernhof, auch Rohmilchprodukte, z. B. Rohmilchkäse, sind aufgrund der Bakterienbelastung tabu.
  • Iss nur hart gekochte Eier. Vorsicht ist bei „versteckten“ Eiern, z. B. in Mayonnaise und Tiramisu, angebracht. Vor allem im Sommer können sie zu Lebensmittelvergiftungen führen.
  • Vernichten Sie Lebensmittel, auch wenn sie nur leicht angeschimmelt sind. Das Abschneiden der verdorbenen Stelle reicht nicht aus, um den Schimmel zu beseitigen. Also wegwerfen!

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