Unterwegs mit Medikamenten

Menschen mit chronisch-entzüdlichen Darmerkrankungen (CED) haben auf Reisen andere Bedürfnisse als solche ohne CED. Das trifft auch auf den Umgang mit Medikamenten zu.

Unser Tipp

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Über Transport, Aufbewahrung und Einnahme

Sprich vor Reiseantritt mit deinem Arzt und lass dir eine ausreichende Menge an Medikamenten – inklusive einer Reserve bei Verlust oder Verzögerungen – verschreiben. Denke auch daran, eventuell erforderliche Kontrollen während deiner Abwesenheit nachzuholen bzw. vorzuziehen. Weitere Tipps zu Transport, Kühlung und Einnahme:

  • Achte auf die Transportbestimmungen: Wenn du mit dem Flugzeug unterwegs bist, solltest du deine Medikamente im Handgepäck mitführen. Informiere dich vorab, welche Bestimmungen für die Mitnahme von PENs oder Spritzen gelten – das kann je nach Reiseland und Fluggesellschaft variieren.
  • Kühle Biologika: Bei Biologika ist es äußerst wichtig, dass diese lichtgeschützt gelagert und transportiert sowie permanent gekühlt werden. Die Hersteller empfehlen eine Kühlung von +2 °C bis +8 °C. Temperaturen unter 0 °C können die Wirksamkeit zerstören. Für den Transport über kurze Strecken kannst du eine Kühltasche verwenden. Wenn erforderlich, darf ein einzelner PEN bzw. eine einzelne Fertigspritze des Biologikums für maximal 14 Tage bei Raumtemperatur (d.h. nicht über 25 °C) und vor Licht geschützt aufbewahrt werden. Sobald die Injektionshilfe dem Kühlschrank entnommen wurde, um sie bei Raumtemperatur zu lagern, muss sie innerhalb dieser 14 Tage verbraucht oder weggeworfen werden, auch wenn sie während dieser 14 Tage wieder in den Kühlschrank zurückgelegt wurde.
  • Kühlung während der Autofahrt: Wenn du mit dem Auto unterwegs bist, kannst du deine Medikamente in einer Kühlbox aufbewahren, die sich an den Zigarettenanzünder anschließen lässt.
  • Kühlung im Hotelzimmer: Wenn du 
während deines Urlaubs
 die Minibar in einem Hotelzimmer als Kühlung
 für dein Medikament nutzt, achte darauf, dass sich beim Verlassen des Raumes der Strom nicht automatisch abschaltet und so ggf. auch die Kühlung ausfällt. Ist das der Fall, sprich dein Problem einfach beim Hotelpersonal an.
  • Kühlung während des Flugs: Während eines Fluges sollten Biologika im Handgepäck an Bord transportiert werden. Die Temperaturen im Frachtraum sind zu niedrig. Für den Transport im Handgepäck kannst du auch eine Kühltasche verwenden. Ist es wegen der Sicherheitsbestimmungen untersagt, Kühlakkus mitzuführen, solltest du auf spezielle Kühltaschen ausweichen, die keine Flüssigkeit zur Kühlung benötigen. Empfehlenswert ist es, sich vorab zu erkundigen, welche Art von Kühlakkus erlaubt sind oder ob es an Bord Kühlmöglichkeiten gibt.
  • Bedenke eine etwaige Zeitverschiebung: Viele Medikamente werden ein- oder zweimal täglich angewendet bzw. eingenommen. Das kannst du auch bei einer Zeitverschiebung beibehalten. Da der übliche Einnahmezeitpunkt bei mehreren Stunden Zeitverschiebung jedoch unter Umständen mitten in die Nacht ist, kann es sinnvoll sein, die Einnahme anzupassen. Medikamente, die nicht täglich angewendet werden, können auch im Urlaub in der Regel zur gewohnten Uhrzeit im gleichen Intervall genommen werden. Frage diesbezüglich allerdings vorab deinen Arzt!
  • Hole dir eine ärztliche Bescheinigung: Lass dir von Ihrem Arzt eine Bescheinigung – am besten auf Deutsch und Englisch, idealerweise auch in der Sprache des Urlaubslandes – ausstellen, welche belegt, dass du die mitgeführten Medikamente und das Zubehör benötigst. Falls eine permanente Kühlung der mitgeführten Arzneimittel notwendig ist, sollte auch dies in der Bescheinigung vermerkt sein.

Unser Tipp

Weitere Informationen findest du im Service Center.

Welche Medikamente zu Sonnenempfindlichkeit führen können

Einige Medikamente führen auch bei korrekter Dosierung dazu, dass die Haut empfindlicher gegenüber Sonneneinstrahlung wird und mit Röte, Ausschlag oder Juckreiz reagiert. Vermeide unter diesen Umständen intensive Sonneneinstrahlung (zB. die Mittagszeit) und benutze einen Sonnenschutz mit einem Lichtschutzfaktor von mindestens 30. Zu den Wirkstoffen, die zu einer erhöhten Lichtempfindlichkeit führen können, gehören Sulfasalazin, Azathioprin, Methotrexat und TNF-Blocker. Eventuell kannst du die entsprechenden Medikamente auch abends einnehmen. Sprich mit deinem Arzt: Er kann dich beraten, ob in deinem Fall besondere Vorkehrungen notwendig sind.

Lies auch dazu: Sonne und Immunsuppressiva

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