Wie Morbus Crohn behandelt wird

Morbus Crohn ist zweifelsfrei eine Erkrankung, die die Betroffenen im Alltag einschränkt. Aber das muss nicht sein. Obwohl Morbus Crohn nicht heilbar ist, kann er behandelt werden: Mit den passenden Medikamenten, einer Anpassung der Ernährungsgewohnheiten oder gegebenenfalls mit einer Operation. Auch psychologische Unterstützung kann wertvolle Dienste leisten. Ziel der Behandlung ist in jedem Fall die vollständige und dauerhafte Abheilung der Darmschleimhaut, so dass ein normales Leben ohne Beschwerden, ohne Schübe, ohne Leidensdruck möglich ist.

Ernährung

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Die Therapieoptionen bei Morbus Crohn

Je nach Schweregrad und Phase der Erkrankung sowie vielen anderen individuellen Faktoren kommen unterschiedliche Behandlungen in Frage:

Aminosalizylate (z.B. Sulfasalazin und Mesalazin, auch 5-ASA-Präparate genannt)

Wirkung: entzündungshemmend // Schweregrad der Krankheit: leicht // Form: Tabletten, Zäpfchen, Schaum oder Einlauf (Klysmen) // Einsatzdauer: im akuten Schub und danach

Kortikoide (z.B. Prednison oder Budesonid, auch Glukokortikoide genannt)

Wirkung: entzündungshemmend, die Reaktion des Immunsystems wird unterdrückt // Schweregrad der Krankheit: leicht, moderat, stark // Form: Tabletten, Injektion bzw. Infusion in die Vene oder als Einlauf // Einsatzdauer: nur im akuten Schub

Immunsuppressiva (z.B. Azathioprin oder 6-Mercaptopurin)

Wirkung: entzündungshemmend, die Reaktion des Immunsystems wird unterdrückt; Wirkung setzt nach 2-6 Monaten ein (die Zeit bis dahin wird mit anderen Medikamenten überbrückt) // Schweregrad der Krankheit: moderat und stark // Form: Tabletten // Einsatzdauer: langfristig mit regelmäßigen Kontrolluntersuchungen

Biologika (biotechnologisch hergestellte Medikamente)

Wirkung: greifen in den Entzündungsprozess im körpereigenen Abwehrsystem ein und lassen die Entzündung abklingen // Schweregrad der Krankheit: moderat und stark // Form: Selbstinjektion mit einem PEN, Fertigspritze unter die Haut (subkutan) oder durch eine Infusion in die Armvene (intravenös) beim Arzt // Einsatzdauer: im akuten Schub, wenn andere Therapien nicht gewirkt haben oder nicht vertragen wurden; langfristiger Einsatz, wenn die Behandlung im akuten Fall erfolgreich war // Zu beachten: Es kann sein, dass das Infektionsrisiko erhöht ist, daher müssen bestehende Infektionen, z.B. Tuberkulose oder Hepatitis, in Voruntersuchungen ausgeschlossen werden.

Operationen

Manchmal ist die Krankheit so weit fortgeschritten, dass eine medikamentöse Behandlung nicht mehr greift. In schweren Fällen, wenn sich zum Beispiel Fisteln, Abszesse oder Stenosen gebildet haben, kann ein operativer Eingriff Linderung verschaffen. Sehr selten kann es zu einem Darmverschluss oder -Durchbruch kommen; dann muss eine sofortige Notoperation durchgeführt werden. Wenn du in ärztlicher Behandlung bist, sollte es allerdings gar nicht so weit kommen und Operationen kommen glücklicherweise nur selten vor.


Rauchen

Rauchen zählt zu den Risikofaktoren bei Morbus Crohn. Es zahlt sich aus, damit aufzuhören! Wie, das erfährst du hier!

Psychologische Unterstützung

Reden hilft.

Morbus Crohn ist nicht nur eine große Belastung für den Körper. Viele Betroffene trauen sich aus Angst, keine Toilette in unmittelbarer Nähe zu haben, nicht aus dem Haus. Andere haben das Gefühl, die ArbeitskollegInnen im Stich zu lassen, wenn sie krankheitsbedingt immer wieder ausfallen. Die meisten schämen sich für die Krankheit, die mit so vielen Tabus belegt ist. Das kann so schlimm werden, dass Betroffene Depressionen entwickeln und sich zurückziehen. Aber das muss nicht sein! Oft reicht es schon aus, das Tabu durch Reden zu brechen. Psychologische Unterstützung bedeutet aber auch, an der Einstellung der Krankheit gegenüber zu arbeiten und Strategien für den Alltag zu entwickeln, die die Lebensqualität wesentlich steigern können. Denn es ist ein gutes Gefühl zu wissen, dass jemand da ist, der Verständnis zeigt und ein offenes Ohr hat für alle Themen, die mit der Erkrankung einhergehen.

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