Wie Morbus Crohn diagnostiziert wird

Von der Anamnese über Laboruntersuchungen bis zur Darmspiegelung

Da die Symptome nicht immer gleich sind und sich viele Überschneidungen mit anderen sogenannten gastroenterologischen Erkrankungen zeigen, ist die Diagnose nicht immer einfach. Dennoch gibt es eine Reihe an Untersuchungen und Verfahren, mit deren Hilfe der Gastroenterologe feststellen kann, ob ein Morbus Crohn vorliegt. Für die meisten Betroffenen ist die Diagnose eine Erleichterung: Endlich wissen sie, was los ist. Und endlich können die Beschwerden unter Kontrolle gebracht werden. Normalerweise erfolgt die Diagnose nach mehreren Schritten:

  • Gespräch: Am Anfang steht die Anamnese, bei der Beschwerden, Lebensweise und Medikamenteneinnahme abgefragt werden.
  • Körperliche Untersuchung: Schmerzempfindlichkeit beim Abtasten des Unterleibs kann auf eine Entzündung hinweisen.
  • Laboruntersuchungen: Untersuchung des Stuhls und Ermittlung der Blutsenkungsgeschwindigkeit (eine erhöhte Geschwindigkeit ist Hinweis auf eine Entzündung), der CRP-Konzentration (eine erhöhte Konzentration des C-reaktiven Proteins ist ebenso Hinweis auf eine Entzündung) und der Blutwerte ein Mangel an Vitaminen oder Spurenelementen kann Ausdruck einer eingeschränkten Darmfunktion sein)


Bildgebende Verfahren

Viele schrecken von den bildgebenden Verfahren wie Darm- oder Magenspiegelung zurück.

Hab keine Sorge! Mittlerweile laufen Untersuchungen wie diese aufgrund neuer, sanfter Methoden und schonender Betäubungsmöglichkeiten völlig schmerzfrei und rasch ab.

  1. Ultraschalluntersuchung (Sonographie): Sie lässt häufig erkennen, wo der Darm entzündet ist und ob Fisteln oder Abszesse vorhanden sind.
  2. Spiegelung des Verdauungstrakts (Endoskopie): Rötungen, Schwellungen, Verletzungen und das Ausmaß der Entzündung können erkannt werden. Auch eine Ileokoloskopie (Inspektion des letzten Dünndarmteils) kommt in Frage, da die Erkrankung häufig im letzten Dünndarmteil beginnt. Eine Darmspiegelung (Koloskopie) eignet sich für den Dick- und unteren Dünndarm und kann die betroffenen Bereiche direkt sichtbar machen. Eventuell erfolgt auch eine Magenspiegelung (Gastroskopie).
  3. Biopsie: Mikroskopische Untersuchung von Gewebeproben
  4. Röntgenaufnahme (mit Kontrastmittel): Wird häufig zur Untersuchung des oberen und mittleren Dünndarms angewendet, da hier eine Koloskopie nicht geeignet ist.
  5. Computertomographie (CT) und Magnetresonanztomographie (MRT): Diese Verfahren ermöglichen z. B. die Darstellung von Komplikationen wie Abszessen, Fisteln oder Verwachsungen.

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