Morbus Crohn – eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung

Morbus Crohn zählt neben Colitis ulcerosa zu den chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED), bei denen das Immunsystem überreagiert. Sprich: Die Abwehrstoffe im Darm bekämpfen nicht nur schädliche Viren und Bakterien, sondern richten sich auch gegen Strukturen des eigenen Körpers. Hierbei spricht man von einer sogenannten Autoimmunerkrankung. Die unangenehmen Folgen sind eine dauerhafte Entzündung und Schädigungen im Verdauungstrakt – in den meisten Fällen am Übergang vom Dünn- in den Dickdarm. Was viele nicht wissen: Der Verdauungstrakt befindet sich nicht nur im Magen-Darm-Bereich – er zieht sich vom Mund bis zum After. Die Erkrankung kann sich also auch an anderen Stellen äußern. In seltenen Fällen können auch abseits des Verdauungstrakts Begleiterscheinungen auftreten, zum Beispiel an Gelenken, Haut oder Augen. Was Morbus Crohn von Colitis ulcerosa unterscheidet, ist unter anderem die Tatsache, dass zweitere nur den Dickdarm betrifft.

Ursache unbekannt

Wie bei vielen anderen Erkrankungen des Verdauungstrakts kann auch bei Morbus Crohn keine genaue Ursache ausgemacht werden. Wissenschaftler gehen aber davon aus, dass ein Zusammenspiel von mehreren Faktoren verantwortlich ist:

  • Erbliche Faktoren: Wenn andere Familienmitglieder an Morbus Crohn leiden, ist die Wahrscheinlichkeit, selber zu erkranken, leicht erhöht.
  • Umwelteinflüsse: Infekte, Nahrungsbestandteile oder Rauchen können die Entstehung der Krankheit begünstigen.
  • Störung der Schleimhautbarriere des Darms: Die Schutzbarriere des Darms von Menschen, die an Morbus Chron erkrankt sind, ist durchlässiger für Bakterien und Keime. Zusätzlich wird der Botenstoff Tumor-Nekrose-Faktor-alpha (TNF-α) in erhöhter Menge produziert – er ist verantwortlich dafür, dass Entzündungen entstehen und bleiben.

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